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Die Üppigkeit des Barocks hat ausgedient. Mit zurückhaltender Farbigkeit und gradliniger Klarheit hält der neue Baustil Einzug.
Die künstlerische Strömung, welche sich vor allem im Bereich der Architektur von 1780 bis 1850 in Europa und Nordamerika breit macht, bezeichnen wir heute als Klassizismus. Sie lehnt sich sehr entschieden an die klassische griechisch-römische Kunst an. Die Tendenz zur Klarheit und zur rationalen Grundhaltung macht sich bereits um 1760 in England infolge neuer industrieller Entwicklung, Energien und Baumaterialien breit. Der deutsche Gelehrte Winckelmann schreibt seine „Geschichte der Kunst des Altertums“, worin er die „edle Entfaltung und stille Größe“ des antiken Griechenland den „Verirrungen des Formensinns“ des Barock gegenüberstellt.
Schlösser und Kirchen sind nicht mehr, wie im Barock, die wichtigsten Bauaufgaben, vielmehr entstehen überall Museen, Bibliotheken, Pinakotheken, Theater und Galerien. Die Aufklärung leitet mit den Schlagwörtern „zurück zur Natur“ und „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ einen neuen Abschnitt der Zeitgeschichte ein.























